Laudatio der Fachhochschule Köln

 

Michael Münch studierte an der Fachhochschule Köln, Fachbereich Kunst, Freie Malerei.

 

Vom 1.9.1983 bis 1.9.1987 studierte er im Grundlagenbereich bei Prof. Alfred Strack und Ludolf Lenders. Später studierte er in den Malklassen von Prof. Marx und Prof. Schrievers. „Aktzeichen“ studierte er bei Prof. Koller.

 

Vom Wintersemester 1987/88 studierte Michael Münch in meiner Malklasse. Seine hohe künstlerische Begabung, die für ihn in jeder Hinsicht Antrieb ist, hat ihn befähigt, immer wieder ganz unbefangen zu experimentieren und seine Sicht der Dinge „bildnerisch zu artikulieren“.

 

Er erarbeitete sich eine poetische Variante des dem „Surrealismus“ an verwandten Stils.

 

Seine Bilder, die einen hohen – im positiven Sinn – dekorativen Wert haben, sind stark farbig, aber auch von einer differenzierten Farbkultur geprägt.

 

Michael Münch hat seine Arbeit häufig erfolgreich in der Öffentlichkeit zeigen können.

 

Er studierte bis zum Ende des Fachbereichs „Freie Kunst“ an der Fachhochschule Köln, dem 28.02.93, in meiner Klasse.

 

Professor Dieter Kraemer

 


Symbolische Gemälde 1987-1991


Wir lesen seine Bilderrätsel als Symbole unserer Lebensfragen. Michael Münch will Inhalte, Lebensstrukturen, Lebensgesetzmäßigkeiten darstellen – bewusst in zunächst verschlüsselter Form, um keine platten Thesen, keine Binsenweisheiten zu zeigen, sondern um sichtbare und unsichtbare Realitäten zu zeigen und zu entdecken.


Wir sind es, die entdecken und weiter denken, wir kehren die subjektive Position des Malers in unsere eigene um und überprüfen dabei die Stimmigkeit, indem wir das, was wir sehen, mit unserer Sicht der Wirklichkeit vergleichen. (Abb. „Durchblick“ 150x90cm Öl auf Leinwand 1991)


Es sind ganz einfache Dinge, die Michael Münch malt. Durch ihre intuitive und bewusste Konstellation im Malakt gewinnen die Gegenstände der Komposition plötzlich eine Bildidee, die zunächst gar nicht da war; Proportionen – z.B. Übergröße – und Farbbezüge provozieren im Betrachter auf einmal ein Thema, lösen eine Erzählung des Bildes im Betrachter aus.

 

Warum? Weil die Dinge und ihre Relationen untereinander als Symbole fassbar werden. Das Subjektive, das Unbewusste wird objektiviert in symbolische Formen, die in uns Erzählungen dessen auslösen, was hinter den Dingen liegt.

Formaler gesehen, sind die künstlerischen Themen diese: die Dinge unter sich, miteinander, gegeneinander: im Raum, in der Fläche, in Farbrelationen. Es sind Collagen von Wirklichkeit in surrealistischer Manier.


Michael Münch steht in der Tradition von Magritte, De Chirico und Max Ernst – im nur diese zu nennen – findet aber im einer Reihe von Bildern einen eigenen Stil.

Techniken,die seit dem Dadaismus benutzt werden, findet er tragfähig, weildie Entfremdung des einzelnen Dings umso intensiver auf seineWirklichkeit und den Kontexte der ganzen Wirklichkeit hinweist, so jaauch schon in der Konsum-Dingwelt der Pop-Art, - denn: das Ganze derWelt, die ganze Wirklichkeit ist in ihrer heutigen Vielfalt undVerschleierung ohne Symbole nicht mehr malbar – ja, die gemalteWelt der religiösen Geschlossenheit war nie das ganze, immer nurdie geglaubte Welt eines Einzelnen, einer Lehre. Die philosophischenDing-Landschaften von Michael Münch eröffnen aber den Wegvom Teil zu Ganzheitsaspekten. (Abb. „Philosophie“ 130x95 Ölauf Leinwand 1991)


UlrichBergmann

Lyriker